„Gibt es eine Position, bei der Sie mit Ihrer Fraktion nicht einverstanden waren?“, das war eine der Fragen der 71 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10 an die Abgeordneten beim diesjährigen Landtagsbesuch des Hebel-Gymnasiums.
Dass dies selbstverständlich vorkomme und dass jeder Abgeordnete bei Abstimmungen nur seinem Gewissen unterworfen sei, betonten die Volksvertreter ebenso wie die Bedeutung einer Vorwarnung an ihre Fraktion, wenn einmal eine abweichende Abstimmung geplant sei.
Über die Arbeitsweise des Parlaments konnten sich die 10. Klassen, die von ihren Gemeinschaftskunde- und Geschichtslehrkräften Christiane Graf, Christin Hauschild und Harald Paulsen begleitet wurden, bei einer Einführung durch den Besucherdienst informieren. Zudem sprach in einer Wartezeit ein Teil der Gruppe mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über die Arbeit bei Fraktionen und Abgeordneten. Auch im Plenum erwartete die Gruppe aus Schwetzingen eine vielfältige Palette an Themen. Die Bedeutung des 9. November als historischen Schicksalstag heute, die Rückforderung von Corona-Soforthilfen an Unternehmen, die Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald oder die Handynutzung an Schulen – die Schülerinnen und Schüler erhielten zahlreiche Einblicke in die Zuständigkeiten und Handlungsfelder der Landespolitik.
Der Landtagsbesuch bot schließlich auch Gelegenheit, über die Demokratie insgesamt zu diskutieren. Dass im Landtag stets um den besten demokratischen Weg gerungen wird, wurde beim Besuch der Schülerinnen und Schüler an vielen Stellen greifbar. „Der Landtag – ein Stück Demokratie zum Anfassen!“ – diese Feststellung einer Lehrkraft am Hebel-Gymnasium erfuhren die zukünftigen Wählerinnen und Wähler bei ihrem Besuch in Stuttgart auch in diesem Jahr manches Mal. Schließlich wird es am 8. März 2026 konkret: Da bei der Landtagswahl das Mindestalter 16 gilt, können die Zehntklässlerinnen und -klässler bei der anstehenden Landtagswahl zu einem Gutteil mitwählen.
Harald Paulsen
